SCHRIFT

Selten war der Andrang zu einer Veranstaltung in der Waldschänke so groß. Der Bürgerverein hatte zu einer Diskussionsveranstaltung mit der Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen eingeladen. Selbst mit Stehplätzen sind 100 Personen im Saal der Waldschänke die Obergrenze und etliche interessierte Anwohner sind wieder gegangen, weil es keinen Platz mehr gab. Die Zukunft des Heller ist eine Herzensangelegenheit für die Bewohner rings um diesen einmaligen Naturraum.

Veranstaltung Zukunft Heller März 2017

Lesen Sie weiter eine Zusammenfassung der Veranstaltung durch Jutta Dyrchs-Jansen

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Am 19. Mai findet die diesjährige montanhistorische Exkursion der AG Umwelt statt. Wohin es geht, wird im aktuellen Blättl verraten (Nr. 107, erscheint Anfang Mai). Interessenten melden sich bitte bei Harald Krauss, Tel.: 880 61 31.

Hier lesen Sie einen Bericht von der Exkursion im vergangenen Jahr:

Silberbergbau am Ufer der Elbe? Ja, den gab es, und sogar über 800 Jahre lang mit nur geringen Unterbrechungen. Die Silberausbeute war teilweise reiner und größer als im Freiberger Revier! In dieser Zeitspanne förderte man etwa 180 Tonnen reines Silber, tausende Tonnen Blei, Zinn, Kupfer und andere Metalle. Dabei kam es auch zu wissenschaftlichen Entdeckungen: 1798 wurde hier zum ersten Mal Coelestin (Strontiumsulfat) gefunden und von der Bergakademie Freiberg wissenschaftlich erforscht und benannt. Die Erzkernzone in Scharfenberg ist etwa 600 m lang, 300 m breit und 250 m tief. Sie liegt in einem Gebiet, wo durch tektonische Einflüsse Erze entstanden sind und reicht vom Erzgebirge über Rothschönberg, Taubenheim, Scharfenberg, Meißen, die Bosel, den Spitzgrund bis nach Moritzburg. Hier wurde in zwei Gruben Roteisenerz abgebaut und verhüttet – Moritzburg hieß bis 1934 bezeichnenderweise Eisenberg.

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KettensaegeAb 1. Oktober ist es wieder soweit, die „Kettensägen-Saison" beginnt! In den letzten Jahren verging bis 1. März kaum ein Tag, an dem man nicht in Hellerau eine Kettensäge hörte und es ist zu befürchten, dass es auch in diesem Herbst und Winter nicht anders sein wird. Seit im Jahr 2010 durch ein geändertes sächsisches Naturschutzgesetz auch die Dresdner Gehölzschutzsatzung gelockert werden musste, meinen Hausbesitzer auf ihrem Grundstück mehr oder weniger alles ohne Antrag fällen oder roden zu können. Ohne Antrag heißt auch, ohne Statistik, aber „gefühlt" haben Baumfällungen in Hellerau deutlich zugenommen, wie Vereinsmitglieder uns immer wieder berichten. Schlimmer noch, nur bei Antragspflicht konnte das Umweltamt auch eine Ersatzbepflanzung fordern. Nun scheint auch das nicht mehr nötig zu sein. Verliert die Gartenstadt langsam ihr Grün?

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Unsere Grenzen sind offen. Kein Stacheldraht, keine Grenzsicherungen, jeder kann rein. Meist sind es die Katzen der Nachbarn, aber auch Waschbär, Fuchs und Wildschwein wurden schon gesichtet und im Winter viele seltene Vogelarten. Wir haben einen echten Multi-Kulti Garten.

Maulwurf

Seit längerem bekommen wir auch schon unterirdisch Besuch aus dem Brachgelände hinter unserem Grundstück. Kleine Erdhügel und Beulen im Rasen deuten darauf hin. Der Maulwurf ist allerdings ein reiner Wirtschaftsflüchtling. Es gibt keinen Krieg auf dem Brachgelände und vor Verfolgung ist er auch sicher, solange er unter der Oberfläche bleibt. Aber bei uns gibt es einfach mehr und dickere Regenwürmer! Einen Antrag auf Asyl nach Artikel 16 unserer Verfassung müssten wir demnach ablehnen. Also ausweisen?

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Auf dem Brachgrundstück an der Karl-Liebknecht-Straße wurden von dem Eigentümer, der landeseigenen Sächsischen Immobilien- und Baumanagement (SIB), gärtnerische Pflegemaßnahmen durchgeführt. Die trockenen Goldruten wurden gemäht und kleinere Bäume beseitigt. Das Birkenwäldchen und die Kiefern hat man stehen lassen, sodass der naturnahe Charakter des Grundstückes erhalten geblieben ist.

Pflegemaßnahmen auf dem Goldrutenfeld

Die SIB hat im letzten halben Jahr versucht das Grundstück zu verkaufen. Da es auf absehbare Zeit kein Baurecht für dieses Flurstück geben wird, wurde es anscheinend erfolglos als Gartenland angeboten. Die Hellerauer Bürger sind froh darüber, denn die Brache vervollständigt einen Grünzug von dem Heller über den Gondler bis zum Festspielhaus, sie ist mit ihren meterhohen Goldruten ein Abenteuerspielplatz für Kinder und Jagdrevier aller benachbarten Katzen.

Der Bürgerverein hatte sich vergeblich bemüht, das Grundstück zu pachten, um daraus einen vielfältigen, naturnahen Bürgergarten zu schaffen.

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