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Teil 2: Das Welterbe-Komitee und die UNESCO Welterbeliste

Vom 16. bis 27. Juni 2013 tagte das Welterbe-Komitee zum 37. Mal. Diesjähriger Tagungsort war Phnom Penh in Kambodscha. Mit 14 Kulturerbestätten und fünf Naturerbestätten wurden in diesem Jahr insgesamt 19 weitere Stätten in die Liste des Welterbes aufgenommen. Gegenwärtig umfasst die Welterbeliste 981 Stätten in 160 Ländern. Was hat es mit der Welterbeliste auf sich und wer genau entscheidet über die Aufnahme einer Stätte in die Welterbeliste?

 Die Welterbeliste unterliegt der „Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt". Die Welterbekonvention ist eines der wichtigsten Instrumente im Bereich des internationalen Denkmalschutzes. Seit 1978 wird die Welterbeliste geführt. Alle Stätten sind Aushängeschilder für den internationalen Denkmal- und Naturschutz, denn der Welterbestatus dient in erster Linie dem Schutz der Stätte und damit der Erhaltung. Durch ihren meist sehr guten Erhaltungszustand sind Welterbestätten Orte erlebbarer Geschichte.

Das Welterbe-Komitee ist ein zwischenstaatliches Gremium aus 21 Unterzeichnerstaaten der Welterbekonvention. Seit der Verabschiedung im Jahr 1972 haben 190 Staaten das Übereinkommen unterzeichnet. Das Komitee trifft sich einmal jährlich, um über die Aufnahme neuer Stätten auf die Welterbeliste zu entscheiden. Ebenfalls diskutiert es den Erhaltungszustand einiger bereits gelisteter Stätten. Bei besonderer Bedrohung stimmt es über deren Aufnahme in die „Liste des Welterbes in Gefahr" ab. Des Weiteren ist es die Aufgabe des Komitees, über die Verteilung von internationalen Finanzmitteln des Welterbefonds zu entscheiden sowie Zielsetzungen für die weitere Implementierung der Welterbekonvention festzulegen. Über die Aufnahme von Welterbestätten auf die Welterbeliste und die „Liste des Welterbes in Gefahr" entscheidet das Komitee auf Grundlage von Gutachten der drei Beraterorganisationen der UNESCO in Sachen Denkmal- und Naturschutz, ICOMOS, der internationale Rat für Denkmalpflege, IUCN, die Internationale Union für Naturschutz und ICCROM, ein Zentrum für Kulturerbeerhaltung in Rom. Während der Nominierungsphase von Stätten für die Aufnahme auf die Welterbeliste sind es die Experten von ICOMOS und IUCN, die die potentiellen Welterbestätten besuchen und fachliche Gutachten zur Welterbetauglichkeit, zum Erhaltungszustand und zum Management erstellen. Sie überprüfen, ob die Stätte den Nominierungskriterien entspricht, sowie die Anforderungen der Authentizität (Echtheit) und Integrität erfüllt. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden dann dem Komitee vorgetragen. Doch auch nach der Eintragung in die Welterbeliste gibt es verschiedene Mechanismen, um den Fortbestand des guten Denkmalschutzes und Managements zu prüfen. Auch hier entscheidet das Welterbe-Komitee auf Grundlage der Gutachten der Beraterorganisationen und der Stellungnahmen der jeweilig betroffenen Mitgliedsstaaten.

Neben den 21 Delegationen der Komiteemitglieder nehmen auch Vertreter aller weiteren Unterzeichnerstaaten der Welterbekonvention an den Sitzungen teil. Diese sind jedoch nicht zur Abstimmung berechtigt. Das UNESCO Welterbezentrum als Sekretariat empfängt die Bewerbungen und Stellungnahmen der Mitgliedsstaaten sowie die Gutachten der Beraterorganisationen und ist dadurch maßgeblich an der Zusammenstellung der notwendigen Dokumentenwerke und an der Organisation der Sitzungen beteiligt.

Von 2011 bis 2015 ist auch Deutschland Mitglied im Welterbe-Komitee und besitzt damit maßgebliches Mitspracherecht. Voraussichtlich wird Deutschland im Jahr 2015 Gastgeber der 39. Sitzung des Welterbe-Komitees sein. Kommendes Jahr findet das Treffen in Katar statt und kann auch dann wieder Online durch einen Webcast verfolgt werden.

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