SCHRIFT

Schon seit Ende August ist die Kreuzung Königsbrücker Straße/Moritzburger Weg Schauplatz größerer Bauarbeiten. Ursache dafür sind umfangreiche Arbeiten am Abwasserkanalnetz der Stadtentwässerung Dresden, die wiederum mit der erfreulichen wirtschaftlichen Entwicklung des Dresdner Standorts von Infineon Technologies zusammenhängen. Weil dort künftig mehr produziert wird, fällt mehr Abwasser an. Und diese erhöhten Einleitungen kann das bestehende Kanalnetz nicht immer aufnehmen. Deshalb wird unter der Kreuzung ein sogenanntes Trennbauwerk errichtet. Im Normalfall kann alles Abwasser dort ungehindert durchfließen und dem Schmutzwasserkanal unter der Königsbrücker Straße folgen. Fällt jedoch plötzlich mehr Schmutzwasser an – etwa bei Starkregen oder durch Produktionsspitzen –, wird das überschüssige Wasser über eine Art Weiche abgetrennt und in eine andere Richtung geleitet.

Im Zuge der Bauarbeiten wird der alte Schmutzwasserkanal, der unter der Königsbrücker Straße verläuft, auf einer Länge von 36 Metern durch mehrere Bauwerke ersetzt. Die zentrale Einheit ist dabei das Trennbauwerk, dem eine sogenannte Beruhigungsstrecke vorgelagert ist. Im Trennbauwerk befindet sich eine Wehrschwelle entlang der Strömungsrichtung. Sie ist etwa zwei Meter lang und 50 cm hoch. Übersteigt der Wasserstand des Abwassers diese Höhe, fließt überschüssiges Wasser über die Schwelle. Es wird dann von der Königsbrücker Straße weggeleitet und zwar zu einem bestehenden Mischwasserkanal, der durch den Manfred-von-Ardenne-Ring über den Diebsteig zum Priessnitzgrund hinunter verläuft. Dafür muss allerdings noch ein neues Anschlussstück geschaffen werden: ein 22 Meter langer Kanal quer unter der Königsbrücker Straße. Er verläuft wenige Meter südlich von dem Fußgängerübergang, auf dem man – von der Straßenbahnhaltestelle kommend – die Königsbrücker Straße quert.

Fußgänger, Fahrräder und Autos müssen sich während der Bauarbeiten auf neue Wegführungen einstellen. Teilweise fallen Fahrspuren weg, und manche Abbiegemöglichkeit ist mit einem Umweg verbunden. In südliche Fahrtrichtung werden Autos an der Baustelle vorbei über den Mittelstreifen geführt, dafür mussten drei Bäume gefällt werden. Der Straßenbahnverkehr ist glücklicherweise nicht beeinflusst. Es wurde lediglich die Bushaltestelle des Schienenersatzverkehrs ein Stück verlegt. Bis zum Sommer 2021 sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein.

Dass sich das Dresdner Werk von Infineon so gut entwickelt, hängt mit der sogenannten Leistungselektronik zusammen. Diese Chips sind für besonders starke Ströme und hohe Spannungen ausgelegt und werden beispielsweise in Elektrofahrzeugen und an Ladesäulen verbaut. Wie Pressesprecher Christoph Schumacher auf Nachfrage mitteilte, geht das Unternehmen davon aus, dass der Bedarf an Leistungshalbleitern weiter steigen wird. Die Fabrik in Dresden ist innerhalb des Konzerns der wichtigste Standort für diese Leistungshalbleiter-Produkte.

Uta Bilow

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