SCHRIFT

Teil 1: Die Welterbe-Idee der UNESCO und das IHM – Institut für Heritage Management Gmbh

Die UNESCO ist eine zwischenstaatliche Organisation der Vereinten Nationen. Sie hat ihren Sitz in Paris. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt besteht sie aus 195 Mitgliedsstaaten, das heißt Staaten wie die Bundesrepublik Deutschland, die der UNESCO beigetreten sind. Die Hauptaufgabenfelder der UNESCO liegen in den Bereichen Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation. Im Vordergrund ihrer Arbeit steht vor allem die Förderung der internationalen Zusammenarbeit und der nachhaltigen Entwicklung, sowie zum Frieden auf der Welt beizutragen und die Armut zu verringern. „Da Kriege im Geist der Menschen entstehen, muss auch der Frieden im Geist der Menschen verankert werden." Mit dieser Leitidee steht die UNESCO für Völkerverständigung, Humanität und die weltweite Sicherung von Menschenrechten und Rechtstaatlichkeit.

Im Jahr 1972 verabschiedete die UNESCO die Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt, einem internationalen Übereinkommen zum Schutz von Kultur- und Naturstätten. Der Kerngedanke der Konvention ist es, Stätten von universeller, kultureller Bedeutung als Erbe der gesamten Menschheit zu betrachten, unter Schutz zu stellen und an zukünftige Generationen weiterzugeben. Mit der Aufnahme in die UNESCO Welterbeliste liegt deren Bewahrung nicht mehr nur in der Verantwortung eines einzelnen Staates, sondern ist die Aufgabe der internationalen Staatengemeinschaft.

Seit dem Jahr 1978 werden Stätten als UNESCO Welterbe deklariert und in der Welterbeliste geführt. Gegenwärtig umfasst sie 962 Stätten in 157 Staaten. Grundvoraussetzung für die Aufnahme in die Welterbeliste ist der Nachweis des sogenannten Außergewöhnlichen Universellen Wertes eines Kultur- oder Naturdenkmals. Über die Aufnahme der durch die Mitgliedsstaaten nominierten Stätten entscheidet das Welterbe-Komitee. Es besteht aus 21 Mitgliedstaaten und tagt einmal jährlich. Unterstützt wird das Komitee durch seine Beraterorganisationen ICOMOS (Internationaler Rat für Denkmalpflege), ICCROM (Internationales Zentrum zur Erhaltung von Kulturgut) und IUCN (Internationale Naturschutzunion). Die Beraterorganisationen ICOMOS und IUCN prüfen auch die Bewerbungsunterlagen und geben Empfehlungen über die Aufnahme, Wiedervorlage oder Ablehnung von Bewerbungen. Ein Nominierungsdossier dient vor allem dazu, den einzigartigen Wert der Stätte, ihren Erhaltungszustand sowie potentielle negative Zukunftseinflüsse darzulegen und zu zeigen, wie die lokalen Verantwortlichen mit diesen umgehen werden. Die Zusammenstellung der Unterlagen ist mit einem erheblichen zeitlichen Aufwand verbunden und umfasst umfangreiche Recherche- und Konzeptionsarbeiten.

Um die Bewerbung Helleraus für den Welterbetitel voranzubringen, wurde der Förderverein Weltkulturerbe Hellerau e.V. gegründet. Dieser beauftragte im vergangenen Jahr das IHM – Institut für Heritage Management GmbH, durch dessen fachliche Kompetenz die Antragserstellung gegenwärtig unterstützt wird. Heritage Management ist ein von der UNESCO generell verwendeter Anglizismus, der die Verwaltung und Administration von Kultur- und Naturerbestätten umschreibt. Das IHM wurde von drei Professoren, die an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus im Masterstudiengang World Heritage Studies (Welterbestudien) lehren, gegründet und hat Erfahrung in der Begleitung von UNESCO Nominierungsverfahren. Die Geschäftsführende Gesellschafterin Dr. Britta Rudolff ist bereits seit 2010 in die Vorbewerbung Helleraus auf Ebene des Freistaates involviert und arbeitet seither sehr eng mit den Hellerauer Initiatoren zusammen. Zusätzlich unterstützen zwei weitere Mitarbeiterinnen des IHM die Erstellung der Bewerbungsunterlagen.

Dr. Britta Rudolff, Marlen Hörenz

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