SCHRIFT

Aus der Pressemitteilung der Deutschen Werkstätten Hellerau

KABINETTSENTSCHEIDUNG GEFALLEN: HELLERAU IST EINER DER BEIDEN SÄCHSISCHEN WELTERBE-KANDIDATEN

Die erste Hürde ist genommen: Das sächsische Kabinett hat am 26. Juni 2012 entschieden, dass Hellerau sowie die Leipziger Notenspur die beiden sächsischen Kandidaten sind, die der Freistaat der deutschen Kultusministerkonferenz für die Fortschreibung der deutschen Tentativliste der UNESCO Welterbekonvention vorschlägt. Das Kabinett folgte damit der Empfehlung der vom Sächsischen Ministerium des Innern (SMI) eingesetzten Expertenkommission, die Hellerau nominiert hatte. „Wir freuen uns sehr, dass das Kabinett und die Expertenkommission in Hellerau, seiner einmaligen Geschichte und seiner heutigen Ausprägung das Potential als UNESCO Welterbestätte sehen“, sagt Fritz Straub, Geschäftsführender Gesellschafter der Deutsche Werkstätten Hellerau GmbH und Sprecher der Hellerauer Bewerbung. „Jetzt beginnt das Rennen in Deutschland, dem wir uns ebenso engagiert widmen werden wie wir es auf Landesebene getan haben.“

Die Interessengemeinschaft Hellerau, deren Bewerbung unter dem Titel „Hellerau - Laboratorium einer neuen Menschheit" steht, hatte Ende März 2012 die Gelegenheit gehabt, ihre Bewerbung vor einer Expertenkommission aus Vertretern verschiedener Ministerien und Denkmalpflege-einrichtungen zu erläutern. Bei der Präsentation der Hellerauer Interessengemeinschaft nahmen von Seiten der Stadt Dresden Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert sowie Manfred Wiemer, Amtsleiter Kultur und Denkmalschutz, teil. „Wir bedanken uns bei der Stadt Dresden und dem Freistaat Sachsen für die Unterstützung“, so Fritz Straub. „Jetzt werden wir Deutschland von den Qualitäten Helleraus überzeugen.“

Die Kultusministerkonferenz wird bis zum Herbst 2013 in einem zweistufigen Verfahren alle von den 16 Bundesländern empfohlenen Weltkultur- und Weltnaturerbestätten auf ihre Eignung nach UNESCO-Kriterien prüfen lassen. Jene Stätten, die diese Prüfung bestehen, kommen auf die deutsche Tentativliste. Wann für Hellerau dann die Bewerbung bei der UNESCO als letzter Schritt des Prozesses ansteht, ist momentan noch nicht abzusehen.

Der Verein Bürgerschaft Hellerau e.V., die Deutsche Werkstätten Hellerau GmbH, HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden und die Grundbesitz Hellerau GmbH, die sich zur Interessengemeinschaft Hellerau zusammengeschlossen haben, konzentrieren sich bei ihrer Bewerbung auf die innovative, lebensreformerische und ästhetisch-avantgardistische Ausprägung Helleraus. Der Ort und speziell das Festspielhaus stehen für eine einzigartige Architektur- und Theatergeschichte.

Der Titel „Laboratorium einer neuen Menschheit" stammt von dem französischen Schriftsteller und Diplomaten Paul Claudel, der Hellerau im Jahr 1912 besuchte. Auf den Leitideen der Lebensreformbewegung basierend, wurde die Siedlung zwischen 1909 und 1914 nördlich von Dresden erbaut. Ihre Formensprache, geprägt von den Architekten Richard Riemerschmid, Heinrich Tessenow, Hermann Muthesius, Kurt Frick und Theodor Fischer, stellte einen Aufbruch in den Funktionalismus und die Neue Sachlichkeit dar. Helleraus "Tempel der Kunst", das Festspielhaus, schrieb internationale Theatergeschichte als erster bühnenloser, offener Theaterbau der Moderne, der zum Synonym für modernen Ausdruckstanz avancierte und dessen Innenraum von Adolphe Appia und Alexander von Salzmann geprägt wurde. Hellerau verkörperte in seiner kurzen, aber heftigen Blütephase Innovation, Provokation und Selbstreflexion eines Experiments des frühen 20. Jahrhunderts und avancierte zu einem Zentrum der künstlerischen Avantgarde Europas.

Kontakt für Journalisten:

Eva Schläfer
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Deutsche Werkstätten Hellerau GmbH

Moritzburger Weg 68
01109 Dresden

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