SCHRIFT

Wer heute mit der Straßenbahn von Hellerau in die Stadt fährt sieht kurz vor dem Abzweig auf der linken Seite eine große gerodete Waldfläche. Im Zuge der periodisch durchgeführten Auslichtung der Wälder hat der Forst auch gleich die Flächen für die zukünftige Gleisschleife am Abzweig gerodet. Kurz nach der Offenlegung des zugehörigen Planfeststellungsverfahrens wurde mit konkreten Arbeiten bereits begonnen. Die neue Gleisschleife wird wohl kommen, auch wenn einige Bürger Einwände erhoben haben.

Rohdung Gleisschleife 2016

In der Februar Ausgabe der „Mitteilungen für Hellerau“ haben wir - ohne Wertung -über das Vorhaben informiert. Es gab danach Leserbriefe, die sich eine kritischere Auseinandersetzung mit dem Thema gewünscht hätten.

Unbestritten ist, dass sich durch den Wegfall der Weichen an der alten Gleisschleife am Diebsteig, die praktisch im Schritttempo überfahren werden müssen, ein Fahrzeitgewinn ergibt und die neue Schleife mehr Fahrstreckenvarianten ermöglicht.

Gleisschleife_Fahrstrecken

 

Was aber sind nun die Bedenken, die gegen die neue Gleisschleife vorgebracht werden?

  1. Kosten
    Eine Sanierung der Gleisschleife am Diebsteig ist kostengünstiger als ein Neubau am Abzweig. Dem widersprechen die Planer der DVB und des SPA, u.a. weil auch das Gleisdreieck am Abzweig saniert werden müsste, schon um es barrierefrei zu gestalten.
  2. Für die neue Gleisschleife wird Wald im Landschaftsschutzgebiet geopfert.
    Ja, das Argument ist richtig. Auch wenn der Wald in diesem Gebiet keine schützenswerten Besonderheiten aufweist, jeder abgeholzte Wald tut weh. Entgegenhalten könnte man, dass die einmal renaturierte Fläche am Diebsteig größer ist, als die für die Natur verlorene am Abzweig.
  3. Der größte Befürchtung einiger Hellerauer Bürger ist aber diese:
    Die neue Gleisschleife ermöglicht und ist der Einstieg für eine Taktverlängerung der Linie 8 auf dem Ast vom Abzweig bis zur Endstation am Kiefernweg oder gar der Anfang vom Ende einer Straßenbahn nach Hellerau.
    Dazu muss man folgendes wissen: Den Takt von Bahn und Bus bestimmt kein Sachbearbeiter oder Abteilungsleiter der DVB, auch nicht Vorstand oder Aufsichtsrat. Der Takt ist minutengenau festgeschrieben im Konzessionsvertrag zwischen der Stadt Dresden und den DVB. Änderungen von Taktraten bedeutet Änderung des Vertrages und das muss durch den Stadtrat. Mit anderen Worten: Änderungen von Taktraten sind eine politische Entscheidung!

Der Konzessionsvertrag mit den DVB wird 2017 neu verhandelt werden. Der Stadtrat wird das letzte Wort haben. Wer sich also für die Zukunft eine gleichbleibend gute Anbindung Helleraus  wünscht, der sollte bei Stadtratswahlen sein Kreuzchen bei den Parteien machen, die sich am meisten für den öffentlichen Nahverkehr einsetzen.

Der Bürgerverein wird seine guten  Kontakte zu Stadtrat und Verwaltung nutzen, um frühzeitig über zukünftige Entscheidungen bez. Dresdner ÖPNV informiert zu sein und ggf. im Interesse Helleraus reagieren zu können.

Wolfgang Gröger

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