SCHRIFT

Die Baugruppe des Bürgervereins ist sozusagen das Urgestein des Vereins. Bereits 1989 fanden sich Interessierte zusammen, denen der Erhalt der 1. deutschen Gartenstadt Hellerau als kulturelle und architektonische Besonderheit am Herzen lag. Unter dem Dach des Kulturbundes der DDR gründete sich die „Interessengemeinschaft Hellerau“, aus der später der heutige Verein wurde.

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Mit ihren zukunftsweisenden Neuerungen in vielfältigen Lebensbereichen ist die 1909 von einem Industriellen gegründete Siedlung Hellerau ein herausragendes Zeugnis des Industriezeitalters mit internationaler kultureller Bedeutung. Hinter dem „Laboratorium für eine neue Menschheit“ (Paul Claudel, 1912) stand eine Gruppe von Visionären, die als Antwort auf die Industrialisierung auf Initiative des erfolgreichen Möbelfabrikanten Karl Schmidt das Ziel verfolgten, eine Mustersiedlung zu bauen und dabei die Bereiche Städtebau, Wohnungsbau, Ästhetik und Theater zu erneuern. Dabei übertrug der sozial engagierte Unternehmer Herstellungs- und Gestaltungsprinzipien seiner innovativen industriellen Möbelproduktion auf die Planung und den Bau der Siedlung. Das Schema einer an eine Fabrik angeschlossenen Werksiedlung überwindend realisierte er einen für alle Menschen offenen Ort, der zugleich Arbeitersiedlung, Gartenstadt und Künstlerkolonie war. Die Stadtstruktur mit einer menschenfreundlichen Verknüpfung von Wohn- und Arbeitswelt, der licht- und luftdurchfluteten Produktionsstandort, das mit den Konventionen herkömmlicher Theaterbauten brechende Festspielhaus und vor allem die Wohnhäuser gelten als Vorläufer des Neuen Bauens.

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Am Dienstag, 11. März, fand eine Informationsveranstaltung des Stadtplanungsamtes (SPA) zusammen mit der Stadtentwicklung GmbH (STEG) zur Fortschreibung des Sanierungskonzeptes für Hellerau statt.

In dem bereits seit 2006 laufenden Programm wurden über 10 Millionen Euro an Fördermitteln für die denkmalgerechte Sanierung von Gebäuden ausgezahlt. Der weitaus größte Teil entfiel auf die Sanierung des Festspielhaus-Hauptgebäudes, aber seit 2008 wurden auch viele private Gebäudesanierungen unterstützt. Nicht zuletzt konnte dank dieser Förderung die Waldschänke zu einem betriebsfähigen Bürgerzentrum saniert werden. Der Bestand an sanierten Gebäuden ist in diesen Jahren auf über 80 % angestiegen.

Für die Fortschreibung des Sanierungskonzeptes möchte man in den nächsten Jahren veränderte Schwerpunkte setzen: Zum einen soll sich die Förderung auf das Welterbe-Kerngebiet konzentrieren, zum anderen soll die energetische Sanierung stärker unterstützt werden.

Zu den Schwerpunkgebieten im zukünftigen Konzept zählt wiederum das Festspielhausgelände. Ostflügel sowie der  Außenbereich haben erheblichen Sanierungsbedarf und auch der Westflügel ist noch nicht in allen Bereichen fertig saniert. Ein anderer räumlicher Schwerpunkt bildet die Sanierung der Karl-Liebknecht-Straße. Hier sollen kritische Kreuzungsbereiche und Querungen der Bahngleise entschärft werden, auch ein begrüntes Gleisbett wäre eine mögliche Maßnahme. Letztlich  zählt noch die Revitalisierung des Bereichs westlich des DW Gebäudeensembles zu diesen Gebieten.

Die Möglichkeiten einer energetischen Sanierung von denkmalgeschützten Häusern sind begrenzt. Solaranlagen auf dem Dach sind nicht erlaubt und eine umfassende Dämmung der Außenfassade in der Regel auch nicht oder sie führt zu ästhetisch unbefriedigenden Ergebnissen. Geothermie ist relativ teuer und auf Sandböden ineffizient. Es bleiben also hauptsächlich Maßnahmen im inneren des Hauses, wie z.B. eine verbesserte Heizungsanlage oder die Kellerdeckendämmung. Während bisher bei privaten Gebäuden nur Sanierungen an der sichtbaren Außenhülle gefördert wurden, soll zukünftig auch alles förderfähig sein, was unter Beachtung von Denkmalschutzaspekten zu einer verbesserten Energiebilanz des Hauses führt.

Das zukünftige Sanierungskonzept ist aktuell noch im Entwurf. Bis Herbst dieses Jahres wird mit der Freigabe des Konzeptes durch die Sächsische Aufbaubank gerechnet. Unabhängig davon können private Hausbesitzer im Fördergebiet aber weiterhin Anträge auf Förderung von Sanierungsmaßnahmen stellen.

Informationen zu Fördermitteln aus der Stadtsanierung sind erhältlich bei Herrn Peterle, Amt für Stadtentwicklung im SPA, Tel. 0351/ 488-3653 oder Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

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